Wirtschaftslehre

Wirtschaftskunde, Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre

Psychische Distanz-Paradoxon (psychic distance paradox)


Das psychische Distanz-Pardoxon, oder auch Paradoxon der psychischen Distanz geht auf O'Grady/Lane (1996) zurück. Sie stellten "am Beispiel von kanadischen und US-amerikanischen Handelsunternehmen einen positiven Zusammenhand zwischen der psychischen Distanz und der Unternehmensleistung auf ausländischen Märkten fest." (Hodicová, S. 82)

Das Pardoxon besagt, dass Schwierigkeiten bei länderübergreifenden Projekten nicht nur in Gesellschaften mit einer hohen kulturellen Distanz hoch sind, sondern auch bei Gesellschaften mit einer niedrigen kulturellen Distanz. Dies liegt darin begründet, da das Management beim Markteintritt in ein vertrautes Land sich davon blenden lassen, das dies einfacher zu managen sei, als in ein unvertrautes. Schließlich hat man ja die Erfahrung vom eigenen Heimatmarkt, der dem neuen Markt sehr ähnlich ist. Ähnlich bedeutet aber nicht identisch, sodass unerwartete und unvorhersehbare Barrieren einen erfolgreichen Markteintritt beeinträchtigen können.
Eine Bestätigung des psychische Distanz-Pardoxon erfolgte durch Evans/Mavondo, 2002, und Pedersen/Petersen, 2004.

Psychische Distanz

Wie so oft, existiert auch für die psychische Distanz verschiedene Definitionen. Zusammengefasst könnte man sagen, dass die psychische Distanz in diesem hier vorliegenden Kontext die wahrgenommene Fremdartigkeit ist, die ein Individuum gegenüber einem konkreten Auslandsmarkt empfindet. Diese wahrgenommene Fremdartigkeit setzt sich aus der geographische Distanz, wirtschaftliche Distanz und kulturelle Distanz zusammen und ist durch Charaktereigenschaften, Erfahrungen und Kenntnisse im Individuum manifestiert.

Quellen



Artikel vom 13.01.2016