Wirtschaftslehre

Wirtschaftskunde, Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre

Valenz-Instrumentalitäts-Erwartungs-Theorie


Die Valenz-Instrumentalitäts-Erwartungs-Theorie (kurz VIE-Theorie - für für Valenz, Instrumentalität und Erwartung) stammt vom kanadischen Wirtschaftspsychologe Victor Harold Vroom aus dem Jahr 1964. Diese Motivationstheorie, die die Dynamik der Motivation betrachtet, basiert auf dem Weg-Ziel-Ansatz (Path-Goal Approach) von Georgopoulus, Mahoney & Jones (1957). Sie lässt sich in die Kategorie der Prozess-Theorien einordnen.

Für die Theorie gelten dabei folgende Annahme, dass es genau zwei Sorten von Konsequenzen einer Handlung gibt: die Handlungsergebnisse (Ergebnisse erster Stufe) und die Handlungsfolgen (Ergebnisse zweiter Stufe):
  • Handlungsergebnisse: Direkte Ergebnisse die sich aus einer Handlung (oder Nicht-Handlung) ergeben
  • Handlungsfolgen: Indirektes Ergebnis der Handlung, also die Auswirkungen des Handlungsergebnis auf andere Bereiche
Ein Angestellter geht beispielsweise zu seinem Arbeitgeber und bittet um eine Beförderung. Der Arbeitgeber stimmt dieser zu. Das Handlungsergebnis für den Arbeitnehmer wäre die Beförderung, die Handlungsfolgen wären mehr Bezahlung, weniger Freizeit, mehr Verantwortung usw.

Neben diesen Annahmen, sagt Vroom weiter, dass die drei Aspekte: Instrumentalität des Handlungsergebnisses, Valenz der Handlungsfolge und die zugehörige Erwartung der Person notwendig für eine Erklärung der motivationale Entscheidung eines Menschen sind.

Instrumentalität

Hinter der Instrumentalität steht die Frage, in wie weit das erfolgreiche Handeln zu einem gewünschten Ergebnis führt. So kann das Handlungsergebnis sowohl positive als auch negative Instrumentalität (Auswirkung) gleichzeitig haben. Wie wir schon gesehen haben, ist eine Beförderung nicht immer positiv. Man bekommt zwar mehr Geld, dafür hat man auch mehr Verantwortung und muss dadurch evtl. länger arbeiten oder beschäftigt sich dadurch nun auch noch in der Freizeit um geschäftliche Probleme.

Valenz

Hinter der Valenz steht die Frage inwieweit der eintretende Zustand wünschenswert oder wie wichtig dieser ist. Ist das Ergebnis des Handelns erstrebenswert, oder nicht? Das Individuum wägt also die positiven als auch negativen Instrumentalität gegeneinander ab.

Erwartung

Hinter der Erwartung steht der Grad der subjektiv wahrgenommenen Eintrittswahrscheinlichkeit eines Ergebnisses. Vroom misst die Erwartung, wie üblich bei Wahrscheinichkeiten, auf eine Skala von 0 bis 1. Bei einer 1 wird der Eintritt eines Ereignisses für sicher gehalten, bei einer Erwartung von 0 hingegen wird vom Individuum angenommen, dass sich ein Ergebnis nach einer bestimmten Handlung nicht eintritt.

Berechnung der motivationale Entscheidung

Ob nun eine Person eine Leistung investiert oder nicht, wird nach Vroom durch die einfache Multiplikation von Valenz mal Erwartung eines Handlungsergebnisses berechnet:

Entscheidung = Valenz(Handlungsergebnisses) * Erwartung(Handlungsergebnisses)

Quelle:



Artikel zuletzt geändert am 21.05.2017