Wirtschaftslehre

Wirtschaftskunde, Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre

Zahlungsbilanz


Die Zahlungsbilanz beinhaltet alle wirtschaftlichen Transaktionen zwischen dem Inland und dem Ausland innerhalb eines Jahres. Man kann die Zahlungsbilanz grob in zwei Teilbilanzen aufteilen. Da wäre zum einem die Kapitalbilanz, die wie der Name schon sagt, die entsprechenden finanziellen Transaktionen umfasst und zum anderen gibt es noch die Leistungsbilanz, die sich mit den Importen und Exporten der Güter umfasst.

Leistungsbilanz

Auch die Leistungsbilanz kann man wieder unterteilen. Und zwar in die:
  • Handelsbilanz
  • Dienstleistungsbilanz
  • Erwerbs- und Vermögenseinkommen
  • Übertragungsbilanz

Handelsbilanz

In der Handelsbilanz werden die Exporte und Importe von Sachgütern (Waren) erfasst und gegenübergestellt. Von einer aktiven Handelsbilanz spricht man, wenn mehr Waren exportiert statt importiert wurden. Von einer passiven Handelsbilanz spricht man hingegen, wenn der Import größer als der Export ist.

Deutschland hatte meist eine aktive Handelsbilanz, man sprich auch noch vom Exportweltmeister Deutschland, auch wenn inzwischen andere Länder wie China den Deutschen diesen Titel streitig machen.

Dienstleistungsbilanz

Wie die Bezeichnung schon sagt, werden in der Dienstleistungsbilanz alle Ex- und Importe von Dienstleistungen erfasst. Unter einem Dienstleistungsimport versteht man dabei, wenn ein Inländer eine Dienstleistung vom Ausland annimmt (z.B. aus deutscher Sicht eine Schönheitsoperation einer Deutschen in Polen). Ein Dienstleistungsexport hingegen wäre, wenn ein Deutscher ein ausländisches Unternehmen beraten würde oder der Besuch von ausländischen Touristen in Deutschland.
Im Jahr 2005 gab es in Deutschland eine negative Dienstleistungsbilanz, die vor allem auf die große Reiselust der Deutschen geschoben werden. Abgemildert werden kann solch ein Defizit durch Großereignisse, wie beispielsweise die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland.

Erwerbs- und Vermögenseinkommen

Die Bilanz der Erwerbs- und Vermögenseinkommen umfasst Kapitalerträge und das Einkommen aus unselbständiger Arbeit (z.B. Saisonarbeiter). Unter den Kapitalerträgen versteht man hauptsächlich Zahlungseingänge bzw. -ausgänge von Zinsen und Dividenden oder auch den internationalen Kreditverkehr.

Laufende Übertragungen / Übertragungsbilanz

Die Übertragungsbilanz umfasst unentgeltlichen Leistungen, die aus einer Volkswirtschaft hinein- oder hinausgehen und für die keine Gegenleistung erfolgt bzw. durch die keine Forderungen oder Verbindlichkeiten entstehen. Man versteht darunter z.B. Überweisungen von Arbeiter aus dem Inland an die im Ausland lebende Familie. Weitere Übertragungen sind die Entwicklungshilfe, Renten und Pensionen an im Ausland lebende Staatsbürger sowie Beiträge an internationale Organisationen.

Kapitalbilanz

Die Kapitalbilanz umfasst die Veränderung der Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber ausländischen Volkswirtschaften. Von einem Kapitalexport spricht man bei einer Zunahme der Forderungen oder bei der Abnahme der Verbindlichkeiten gegenüber dem Ausland. Dies ist bei einer negative Kapitalbilanz der Fall. Beim Kapitalimport ist es entsprechend anders herum, hier nehmen die Forderungen ab oder die Verbindlichkeiten gegenüber dem Ausland zu.
Enthalten sind in der Kapitalbilanz Kreditgewährungen, Wertpapieranlagen und Direktinvestitionen.

Devisenbilanz

Die Devisenbilanz weist die Veränderung der offiziellen (nationalen) Währungsreserven (Devisen- und Goldbestand) der Zentralbank aus.

Restposten

Die Restposten werden in der Zahlungsbilanz als „Saldo der statistisch nicht aufgliederbaren Transaktionen“ bezeichnet. So erfasst diese Teilbilanz alle statistisch nicht aufgliederbaren Transaktionen (Ausgleichsposition). In den Restposten findet man beispielsweise Überweisungen in das Ausland unterhalb der Meldegrenze.