Wirtschaftslehre

Wirtschaftskunde, Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre

Vergleich von festen und flexiblen Wechselkursen


Hier findet man einen kleinen Vergleich von festen und flexiblen Wechselkursen. Untersucht werden Kriterien wie beispielsweise die Ausgleich der Zahlungsbilanz, die inflatorische Wirkung von aktiven Zahlungsbilanzen oder die Übertragung von Inflationen.
Kriterien Feste Wechselkurse Flexible Wechselkurse
Ausgleich der Zahlungsbilanz Der Ausgleich der Zahlungsbilanz ist bei festen Wechselkursen nicht gesichert. Der Wechselkurs ist mit hoher Wahrscheinlichkeit kein Gleichgewichtspreis, damit gibt es Länder mit überbewerteter und Länder mit unterbewerteter Währung. Das Land mit der überbewerteten Währung würde mehr importieren als exportieren, das Land mit der unterbewerteten Währung mehr exportieren als importieren. Die Zahlungsbilanz der beiden Länder ist so nicht mehr ausgeglichen. Bei flexiblen Wechselkursen besteht die Tendenz zum Ausgleich der Zahlungsbilanz, da der Gleichgewichtskurs das Devisenangebot und die Devisennachfrage zum Ausgleich bringt. Damit gleicht sich auch die Devisenbilanz einer Volkswirtschaft aus.
Inflatorische Wirkung von aktiven Zahlungsbilanzen Eine aktive Zahlungsbilanz bei festen Wechselkursen hat eine inflatorische Wirkung. Grund dafür ist, dass das Angebot an Devisen größer als die Nachfrage ist. Die Zentralbank muss intervenieren und schöpft damit (z.B. beim Ankauf von Devisen) Geld. Diese Geldschöpfung hat eine inflatorische Wirkung! Es gibt bei flexiblen Wechselkursen keine inflatorische Wirkung von Außenhandelsüberschüssen. Die Zentralbank hat bei einem freien Wechselkurs keine Ankaufspflicht für Devisen!
Wirksamkeit währungspolitischer Maßnahmen Durch feste Wechselkurse ist die Wirksamkeit von konjunktur- und währungspolitischer Maßnahmen gering. Geldpolitische Maßnahmen haben bei flexiblen Wechselkurse eine größere Wirksamkeit. Die Zahlungsbilanz ist stets ausgeglichen.
Übertragung Inflation Findet statt, Inflation wird importiert. Da bei einer Steigerung der Preise im Land mit der überbewerteten Währung der Wechselkurs nicht geändert wird, wird das Land mit der unterbewerten Währung noch billiger. Export steigt, Devisenmenge steigt, Geldmenge wird größer = Inflation. Eine Inflation kann sich bei flexiblen Wechselkursen nicht von anderen Ländern auf das Inland übertragen. Bei flexiblen Wechselkursen möchten die Exporteure die Auslandswährung ebenfalls in Inlandswährung umtauschen. Dabei kommt es jedoch auf dem Devisenmarkt zu einem Überangebot der Auslandswährung, so dass der Kurs der Auslandswährung gegen die Inlandswährung fällt.
Entstehung internationaler Liquiditätsprobleme Feste Wechselkurse können zu internationalen Liquiditätsproblemen führen. Dies ist das Ergebnis bei einer dauernden passiven Zahlungsbilanz. Irgendwann hat das entsprechende Land mit überbewerteten Währung nämlich keine Devisen mehr. Es kommt zu internationalen Liquiditätsproblemen. Mit flexiblen Wechselkursen wird internationalen Liquiditätsproblemen entgegengewirkt. Die Regulierung des Devisenmarktes wird über Angebot und Nachfrage automatisch gesteuert.